Das Wichtigste in Kürze
- Das Budget folgt aus drei Größen: Klickpreis, Anfragequote und Abschlussquote. Entscheidend ist, was ein Auftrag kostet, nicht was ein Klick kostet.
- Für Suchbegriffe aus dem Handwerk nennen deutsche Agenturen meist Klickpreise zwischen 2 und 6 Euro. Ihre eigenen Werte zeigt der Keyword-Planer von Google.
- Mit weniger als rund 100 Klicks im Monat lässt sich kaum beurteilen, was funktioniert. Bei 4 Euro pro Klick sind das 400 Euro.
- Starten Sie mit einem engen Einzugsgebiet, etwa Mainz und den direkten Nachbarorten. Wiesbaden und Rheinhessen kommen dazu, wenn die Zahlen stimmen.
- Das Werbebudget zahlen Sie direkt an Google. Einrichtung und Betreuung kommen getrennt dazu.
Wie berechnet sich ein Google-Ads-Budget?
Bei Suchanzeigen zahlen Sie pro Klick. Was Sie am Ende interessiert, ist aber nicht der Klick, sondern der Auftrag. Dazwischen liegen zwei Quoten:
- Klickpreis: was ein Besuch auf Ihrer Website kostet.
- Anfragequote: wie viele von 100 Besuchern anrufen oder das Formular absenden.
- Abschlussquote: wie viele von 100 Anfragen zu einem Auftrag werden.
Daraus ergeben sich drei einfache Rechnungen:
- Klicks im Monat = Monatsbudget ÷ Klickpreis
- Kosten je Anfrage = Klickpreis ÷ Anfragequote
- Kosten je Auftrag = Kosten je Anfrage ÷ Abschlussquote
Ein Beispiel: Bei 4 Euro pro Klick und einer Anfragequote von 8 Prozent kostet eine Anfrage 50 Euro. Wird jede dritte Anfrage zum Auftrag, kostet ein Auftrag rund 150 Euro. Ob das viel oder wenig ist, hängt davon ab, was Sie an einem Auftrag verdienen.
Was kostet ein Klick im Handwerk?
Google veröffentlicht keine Preisliste. Der Klickpreis entsteht bei jeder Suchanfrage in einer Auktion. Agenturen, die ihre Erfahrungswerte veröffentlichen, nennen für Handwerks-Suchbegriffe in Deutschland meist 2 bis 6 Euro pro Klick. Maler und Gartenbau liegen eher am unteren Ende, Sanitär, Heizung und Dachdecker am oberen. Notdienste wie Schlüsseldienst oder Rohrreinigung können deutlich darüber liegen.
Das sind Orientierungswerte und keine offizielle Statistik. Was den Preis in Ihrem Fall bestimmt:
- Wettbewerb: Je mehr Betriebe auf denselben Suchbegriff bieten, desto teurer wird der Klick.
- Dringlichkeit und Auftragswert: Wo ein Auftrag viel einbringt oder sofort vergeben wird, bieten Mitbewerber höher.
- Qualität von Anzeige und Zielseite: Passt die Anzeige genau zur Suchanfrage und führt sie auf eine passende Seite, zahlen Sie für dieselbe Position weniger.
- Saison: Heizungsthemen sind im Herbst gefragter als im Mai.
Ihre eigenen Zahlen finden Sie im Keyword-Planer in Ihrem Google-Ads-Konto. Stellen Sie dort als Standort Mainz ein und geben Sie Ihre Leistungen ein, zum Beispiel „Heizung warten Mainz“ oder „Elektriker Mainz“. Sie sehen, wie oft im Monat gesucht wird und in welcher Spanne die Gebote für die oberen Positionen liegen.
Drei Rechenbeispiele für Mainz und Umgebung
Die folgenden Beispiele sind Rechenmodelle mit angenommenen Werten. Sie zeigen, wie die Formel funktioniert. Es sind keine Kundenergebnisse und keine Zusagen. Setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein.
Rechenbeispiel 1
Sanitär- und Heizungsbetrieb, Stadtgebiet Mainz
- Monatsbudget
- 600 €
- Angenommener Klickpreis
- 4,50 €
- Klicks im Monat
- rund 133
- Angenommene Anfragequote
- 8 %
- Anfragen im Monat
- rund 11
- Kosten je Anfrage
- rund 56 €
- Angenommene Abschlussquote
- 30 %
- Kosten je Auftrag
- rund 190 €
Bei einer Heizungswartung für 180 Euro rechnet sich das nicht. Bei einem Heizungstausch oder einer Badsanierung sieht die Rechnung ganz anders aus. Bewerben Sie deshalb die Leistungen, die den Klickpreis tragen.
Rechenbeispiel 2
Elektrobetrieb, Einzugsgebiet Mainz und Wiesbaden
- Monatsbudget
- 900 €
- Angenommener Klickpreis
- 3,50 €
- Klicks im Monat
- rund 257
- Angenommene Anfragequote
- 6 %
- Anfragen im Monat
- rund 15
- Kosten je Anfrage
- rund 58 €
- Angenommene Abschlussquote
- 25 %
- Kosten je Auftrag
- rund 230 €
Das größere Gebiet bringt mehr Suchanfragen, aber auch längere Anfahrten und Anfragen, die Sie nicht annehmen wollen. Die Abschlussquote ist hier deshalb niedriger angesetzt.
Rechenbeispiel 3
Gebäudereinigung für Gewerbekunden, Rheinhessen
- Monatsbudget
- 450 €
- Angenommener Klickpreis
- 2,50 €
- Klicks im Monat
- 180
- Angenommene Anfragequote
- 5 %
- Anfragen im Monat
- 9
- Kosten je Anfrage
- 50 €
- Angenommene Abschlussquote
- 20 %
- Kosten je Auftrag
- rund 250 €
Bei Dienstleistungen mit laufenden Verträgen zählt nicht der erste Monat, sondern die gesamte Laufzeit. Ein Kunde, der zwei Jahre bleibt, rechtfertigt höhere Kosten je Auftrag als ein einmaliger Einsatz.
Wann lohnt sich das?
Vergleichen Sie die Kosten je Auftrag mit dem, was nach Material, Lohn und Fahrt übrig bleibt. Liegt Ihr Ertrag pro Auftrag deutlich über den Werbekosten, lohnt sich die Kampagne. Liegt er darunter, gibt es drei Stellschrauben: andere Leistungen bewerben, die Zielseite verbessern, damit mehr Besucher anfragen, oder das Gebiet enger fassen.
Wie viel Budget ist mindestens sinnvoll?
Google schreibt kein Mindestbudget vor. Sie können mit 5 Euro am Tag starten. Die Frage ist, ob Sie damit genug Klicks bekommen, um etwas zu lernen. Bei einer Anfragequote von 5 bis 10 Prozent bringen 100 Klicks nur 5 bis 10 Anfragen. Darunter bleibt es Zufall, ob ein Monat gut oder schlecht aussieht.
| Monatsbudget | Klickpreis 2 € | Klickpreis 4 € | Klickpreis 6 € |
|---|---|---|---|
| 300 € | 150 Klicks | 75 Klicks | 50 Klicks |
| 600 € | 300 Klicks | 150 Klicks | 100 Klicks |
| 1.000 € | 500 Klicks | 250 Klicks | 167 Klicks |
| 1.500 € | 750 Klicks | 375 Klicks | 250 Klicks |
Gerundet. Das Budget geht an Google, Einrichtung und Betreuung sind nicht enthalten.
Meine Empfehlung: Planen Sie so, dass mindestens 100 Klicks im Monat zusammenkommen, und geben Sie der Kampagne drei Monate Zeit. Im ersten Monat zeigt sich, welche Suchbegriffe tatsächlich Anfragen bringen. Danach wird aussortiert und nachgeschärft.
Gut zu wissen: In Google Ads legen Sie ein durchschnittliches Tagesbudget fest. An einzelnen Tagen kann Google bis zum Doppelten ausgeben, wenn viel gesucht wird. Über den Monat zahlen Sie aber höchstens das 30,4-Fache des Tagesbudgets. Bei 20 Euro am Tag sind das maximal 608 Euro.
Einzugsgebiet: Mainz, Wiesbaden oder ganz Rheinhessen?
Das Gebiet entscheidet mit über das Budget. Je größer es ist, desto mehr Menschen suchen, und desto schneller ist ein kleines Budget aufgebraucht. Für Betriebe aus Mainz bietet sich eine Einteilung in drei Zonen an:
Zone 1: Mainz und direkte Nachbarorte
Das Stadtgebiet mit allen Stadtteilen von Mombach bis Ebersheim, dazu Orte wie Budenheim, Bodenheim, Klein-Winternheim oder Nieder-Olm. Kurze Wege, die meisten Suchanfragen. Hier sollte ein kleines Budget zuerst arbeiten.
Zone 2: Wiesbaden und die rechte Rheinseite
Wiesbaden ist ein eigener Markt mit eigenen Mitbewerbern. Von Mainz aus führt der Weg über die Theodor-Heuss-Brücke, die Schiersteiner Brücke oder die Weisenauer Brücke, und im Berufsverkehr kostet das Zeit. Kastel, Kostheim und Amöneburg liegen direkt gegenüber der Mainzer Innenstadt, gehören aber zu Wiesbaden. Legen Sie für die rechte Rheinseite eine eigene Kampagne mit eigenem Budget an. So sehen Sie getrennt, was eine Anfrage dort kostet.
Zone 3: Rheinhessen
Ingelheim, Oppenheim, Wörrstadt, Alzey oder Bingen. In kleineren Orten wird seltener gesucht. Ob die Klickpreise dort niedriger sind, zeigt der Keyword-Planer für jeden Ort einzeln. Rechnen Sie die Anfahrt ein: Ein Auftrag in Alzey muss mehr einbringen als einer in Hechtsheim.
Die wichtigste Einstellung
Bei den Standortoptionen einer Kampagne ist „Präsenz oder Interesse“ voreingestellt. Dann sehen auch Menschen Ihre Anzeige, die sich nur für Mainz interessieren, aber woanders sind. Für lokale Betriebe passt in der Regel die Option „Präsenz“: Die Anzeige erscheint nur bei Menschen, die sich im Gebiet aufhalten oder regelmäßig dort sind.
Wo geht kleines Budget verloren?
Bei 600 Euro im Monat zählt jeder Klick. Diese Punkte prüfe ich bei einer Google-Ads-Analyse zuerst:
- Zu breite Suchbegriffe: Weitgehend passende Keywords und automatische Erweiterungen wie AI Max vergrößern die Reichweite. Bei kleinem Budget erscheinen Anzeigen dann schnell bei Suchen wie „Elektriker Ausbildung“ oder „Heizung selbst entlüften“.
- Fehlende ausschließende Keywords: Begriffe wie Ausbildung, Gehalt, Jobs, Anleitung, kostenlos oder gebraucht gehören auf die Ausschlussliste.
- Anzeigen ohne Erreichbarkeit: Wenn nachts niemand ans Telefon geht, sollten nachts keine Anrufanzeigen laufen. Ausnahme: Notdienste.
- Die Startseite als Ziel: Wer „Wärmepumpe Mainz“ sucht, sollte auf der Seite zur Wärmepumpe landen, mit Telefonnummer und kurzem Formular. Mehr dazu unter Lead-Generierung.
- Keine Messung: Ohne erfasste Anrufe und Formularanfragen wissen Sie nicht, welcher Suchbegriff Aufträge bringt. Die Messung braucht die Einwilligung Ihrer Besucher.
- Zusätzliche Netzwerke: Suchnetzwerk-Partner und Displaynetzwerk sind bei neuen Kampagnen oft aktiviert. Für den Start reicht die Google-Suche.
Eine Alternative für einige Gewerke sind die „Lokalen Dienstleistungen“ von Google. Dort zahlen Sie pro Anfrage statt pro Klick. In Deutschland ist das Format unter anderem für Elektriker, Klempner, Dachdecker und Tischler verfügbar. Voraussetzung ist eine Prüfung Ihres Betriebs durch Google.
Häufige Fragen
Was kostet Google Ads im Monat für einen Handwerksbetrieb?
Das hängt vom Klickpreis und vom Gebiet ab. Bei Klickpreisen von 2 bis 6 Euro brauchen Sie für 100 Klicks im Monat zwischen 200 und 600 Euro Werbebudget. Dazu kommen die Kosten für Einrichtung und Betreuung, wenn Sie die Kampagne nicht selbst führen.
Gibt es bei Google Ads ein Mindestbudget?
Nein. Google schreibt kein Mindestbudget vor. Sinnvoll ist ein Budget, das genug Klicks bringt, um Suchbegriffe und Anzeigen vergleichen zu können. Als Faustregel nutze ich 100 Klicks im Monat.
Wie schnell bringt Google Ads Anfragen?
Anzeigen können nach der Prüfung durch Google erscheinen, das dauert meist etwa einen Werktag. Erste Anfragen sind in den ersten Tagen möglich. Verlässlich beurteilen lässt sich eine Kampagne erst nach einigen Wochen, wenn genug Klicks zusammengekommen sind.
Zahle ich auch, wenn niemand anfragt?
Ja. Bei Suchanzeigen zahlen Sie für jeden Klick, unabhängig davon, ob der Besucher anfragt. Deshalb ist die Zielseite so wichtig. Nur bei den „Lokalen Dienstleistungen“ von Google zahlen Sie pro Anfrage.
Google Ads oder lieber SEO?
Google Ads bringt sofort Besucher, kostet aber jeden Monat. SEO und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil brauchen länger und wirken dann dauerhaft. Viele Betriebe starten mit Anzeigen und bauen parallel ihre lokale Sichtbarkeit bei Google Maps auf.
Quellen und Hinweise
- Google Ads-Hilfe: Mehrauslieferung und durchschnittliches Tagesbudget
- Google Ads-Hilfe: Erweiterte Standortoptionen
- Google: Lokale Dienstleistungen im Überblick
- Klickpreise: veröffentlichte Erfahrungswerte deutscher Google-Ads-Agenturen, Stand 2026. Keine offizielle Statistik von Google.