GEO

Kommen Kunden schon über ChatGPT? Was die Zahlen 2026 für lokale Betriebe sagen.

Rund um die KI-Suche wird viel versprochen. Für die Entscheidung, wie viel Zeit ein kleiner Betrieb hineinstecken sollte, helfen Zahlen mehr: wie viele Menschen KI nutzen, was sie dort zu sehen bekommen und wie Sie den eigenen Anteil messen.

Das Wichtigste in Kürze

  • 58 % der Menschen in Deutschland nutzen KI, ein Drittel mindestens einmal pro Woche. Das hat Bitkom im Frühjahr 2026 erhoben.
  • Der Weg zu einem lokalen Anbieter führt trotzdem meist über Google. Dort stecken die KI-Antworten inzwischen in der Suche selbst.
  • Bei lokalen Fragen zitieren KI-Systeme vor allem zwei Quellen: die Website des Betriebs und das Google-Unternehmensprofil.
  • Google sagt in seinem Leitfaden vom Mai 2026 klar: Optimierung für KI-Antworten ist weiterhin SEO. Den eigenen Anteil zeigt seit Ende August ein Bericht in der Search Console.

Wie viele Menschen nutzen KI überhaupt?

Der Digitalverband Bitkom hat im Frühjahr 2026 gut 1.000 Menschen ab 16 Jahren in Deutschland telefonisch befragt. Die Ergebnisse:

  • 58 % nutzen KI-Anwendungen.
  • 34 % tun das mindestens einmal pro Woche, 15 % täglich.
  • Unter den Nutzern verwenden 71 % ChatGPT, 50 % Gemini von Google und 43 % Copilot von Microsoft.
  • Am häufigsten geht es um Alltagsfragen (54 %), danach um Texte (50 %) und Übersetzungen (41 %).

Wie groß ChatGPT in Europa geworden ist, zeigt eine Entscheidung der EU-Kommission. Sie hat ChatGPT am 31. August 2026 als „sehr große Online-Suchmaschine“ eingestuft. Diese Schwelle liegt bei 45 Millionen Nutzern im Monat in der EU.

Alltagsfragen sind allerdings nicht dasselbe wie die Suche nach einem Dachdecker. Wie oft Menschen einen lokalen Anbieter über ChatGPT auswählen, hat für Deutschland bisher niemand belastbar gemessen. Wer Ihnen dazu eine genaue Zahl nennt, schätzt.

Warum bleibt Google der Hauptweg?

Nach den Zahlen von Statcounter liefen im September 2026 in Deutschland knapp 88 % der Suchen über Google und gut 6 % über Bing. Verändert hat sich weniger die Wahl der Suchmaschine als das, was Google anzeigt.

  • KI-Übersichten gibt es in Deutschland seit März 2025. Sie stehen über den normalen Treffern und fassen Antworten zusammen.
  • Der KI-Modus ist seit Oktober 2025 auf Deutsch verfügbar. Dort führt man ein Gespräch statt einer einzelnen Suche.

Google nannte im Juni 2026 weltweit mehr als 2,5 Milliarden monatliche Nutzer für die KI-Übersichten und mehr als eine Milliarde für den KI-Modus. Für die meisten Ihrer Kunden heißt „KI-Suche“ deshalb: Google, nur mit einer Antwort obendrauf.

Werbung spielt dort in Deutschland noch kaum eine Rolle. Anzeigen in den KI-Übersichten laufen laut Google bisher nur auf Englisch in zwölf Ländern, Deutschland ist nicht dabei. ChatGPT zeigt nach Medienberichten seit dem 24. August 2026 auch in Deutschland Anzeigen, im kostenlosen und im günstigsten Tarif. Buchen können sie bisher nur große Agenturpartner.

Welche Quellen zitieren KI-Systeme bei lokalen Fragen?

Der Anbieter BrightLocal hat im September 2026 eine große Auswertung dazu veröffentlicht: rund 200.000 lokale Suchanfragen in ChatGPT, im KI-Modus und in den KI-Übersichten von Google, über 60 Tage, mit 1,9 Millionen Quellenangaben.

Anteil der Quellen in KI-Antworten auf lokale Fragen
QuelleAnteil an allen Quellenangaben
Websites der Betriebe42 %
Google-Unternehmensprofil28,6 %
Yelp9,5 %
Facebook2,2 %

Die Daten stammen überwiegend aus den USA, und Suchen nach einem bestimmten Firmennamen wurden ausgeklammert. Bewertungsportale wie Yelp haben in Deutschland weniger Gewicht. Die Richtung ist trotzdem deutlich: Mehr als zwei Drittel der Quellen sind Dinge, die Sie selbst pflegen.

Was sagt Google selbst zur Optimierung für KI?

Google hat im Mai 2026 erstmals einen eigenen Leitfaden für die KI-Funktionen der Suche veröffentlicht und im Juli überarbeitet. Die Kernaussage: Optimierung für die KI-Suche ist Optimierung für die Suche, also weiterhin SEO. Begriffe wie GEO oder AEO beschreiben nach Googles Darstellung dieselbe Arbeit.

Der Leitfaden räumt mit einigen Empfehlungen auf, die gerade oft verkauft werden:

  • llms.txt: Die Google-Suche verwendet solche Dateien nicht. Sie schaden nicht und helfen dort nicht.
  • Besondere Auszeichnungen: Für KI-Antworten sind keine speziellen strukturierten Daten nötig.
  • Texte in kleine Stücke zerlegen: ebenfalls nicht nötig. Auch eine besondere Schreibweise für die KI verlangt Google nicht.

Was Google stattdessen empfiehlt, klingt vertraut: eigene Inhalte mit einem erkennbaren Standpunkt statt austauschbarer Texte, klare Überschriften, gute Bilder, eine technisch zugängliche Website. Für lokale Betriebe nennt der Leitfaden ausdrücklich das Google-Unternehmensprofil.

Für ChatGPT gilt eine technische Bedingung zusätzlich. OpenAI schreibt, dass Seiten, die den Crawler OAI-SearchBot aussperren, in den Suchantworten von ChatGPT nicht erscheinen. Wie Sie das prüfen, steht im Artikel Sichtbar in KI-Antworten.

Wie messe ich den Anteil für meinen Betrieb?

Bis vor Kurzem ließ sich kaum trennen, was aus der normalen Suche und was aus KI-Antworten kam. Das hat sich 2026 geändert.

  1. Search Console von Google. Seit Ende August 2026 gibt es dort weltweit einen eigenen Bericht zu den KI-Funktionen der Suche. Er zeigt, wie oft Ihre Website in KI-Antworten eingeblendet wurde, mit welchen Seiten und aus welchen Ländern.
  2. Bing Webmaster Tools. Microsoft zeigt seit Februar 2026 in einem Bericht namens „AI Performance“, zunächst als Vorschau, wie oft Ihre Seiten in KI-Antworten von Microsoft als Quelle genannt werden. Dazu passt ein gepflegter Eintrag bei Bing Places.
  3. Die Besucherstatistik Ihrer Website. Besucher, die auf einen Link in ChatGPT oder Perplexity klicken, erscheinen dort mit ihrer Herkunft, etwa chatgpt.com.
  4. Die einfache Frage am Telefon. „Wie sind Sie auf uns gekommen?“ bleibt die verlässlichste Messung. Notieren Sie die Antwort bei jeder Anfrage.

In der Search Console gibt es außerdem einen Schalter, mit dem sich eine Website aus den KI-Funktionen der Suche herausnehmen lässt. Laut Google wirkt sich das nicht auf die normale Platzierung aus. Für einen Betrieb, der gefunden werden will, sehe ich dafür keinen Grund.

Wie viel Aufwand lohnt sich für einen kleinen Betrieb?

Meine Einschätzung nach diesen Zahlen: Ein eigenes Budget nur für „KI-Sichtbarkeit“ braucht ein kleiner Betrieb heute nicht. Die Arbeit, die in KI-Antworten wirkt, ist dieselbe, die auch bei Google und bei Ihren Besuchern wirkt.

  • Einmalig, etwa ein bis zwei Stunden: Unternehmensprofil vervollständigen, Bing Places anlegen, prüfen, dass die Website keinen Such-Crawler aussperrt, Search Console einrichten.
  • Laufend: Leistungsseiten aktuell halten, Fragen Ihrer Kunden auf der Website beantworten, Bewertungen sammeln, Angaben überall gleich halten.
  • Alle drei Monate, etwa zehn Minuten: in die Berichte schauen und fünf typische Kundenfragen in ChatGPT und im KI-Modus stellen.

Vorsicht ist bei Angeboten angebracht, die eine Platzierung in ChatGPT garantieren oder Pakete aus llms.txt und „KI-Schema“ verkaufen. Garantieren kann das niemand, und die genannten Mittel hält Google selbst für unnötig.

Häufige Fragen

Ist GEO etwas anderes als SEO?

Nach Googles Leitfaden nicht. Wer für die KI-Funktionen der Suche optimiert, macht SEO. Der Begriff GEO ist trotzdem nützlich, weil er den Blick auf ChatGPT, Copilot und Perplexity erweitert, die eigene Crawler und teils andere Quellen haben.

Wo finde ich den neuen Bericht in der Search Console?

Google nennt ihn im Englischen „Generative AI performance report“. Angekündigt wurde er im Juni 2026, nach Googles Angaben ist er seit Ende August für alle Websites freigeschaltet. Voraussetzung ist, dass Ihre Website in der Search Console bestätigt ist.

Mein Betrieb wird in ChatGPT nicht genannt. Woran liegt das?

Häufige Gründe: Die Website sperrt den Crawler aus, die Leistungen stehen nur in Bildern oder sehr knapp auf der Seite, oder es gibt im Netz kaum weitere Erwähnungen. Oft liegt es auch an der Frage selbst. Dieselbe Frage kann morgen eine andere Antwort ergeben.

Sollte ich jetzt Werbung in ChatGPT schalten?

Das geht für kleine Unternehmen noch nicht. Nach den Berichten vom August 2026 können bisher nur große Agenturpartner buchen, ein Zugang für kleinere Unternehmen ist angekündigt.

Verliere ich Besucher, weil die KI schon antwortet?

Bei reinen Wissensfragen ja, das zeigen mehrere Auswertungen. Bei der Suche nach einem Anbieter vor Ort kaum. Die Zahlen dazu stehen im Artikel SEO 2026: Was sich bei Google geändert hat.

Sie möchten wissen, ob Ihr Betrieb in KI-Antworten vorkommt und was dafür fehlt? Im kostenlosen Website-Check prüfe ich das mit. Mehr dazu unter Sichtbarkeit in KI-Antworten.

Delaina Castro, Mainzwerk

Ich baue Websites für Betriebe, Praxen und Unternehmen aus Mainz und Umgebung, sorge für Sichtbarkeit bei Google und richte Kampagnen ein, die Anfragen bringen.

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